Pflegestufe 2 Österreich: Pflegegeld, Voraussetzungen und nächste Schritte

Pflegestufe 2 sichert 380,30 Euro Pflegegeld pro Monat — und liegt damit genau zwischen der Einstiegsstufe und der wichtigen Schwelle zu Stufe 3, ab der die staatliche 24-Stunden-Betreuungsförderung zugänglich wird. Für viele Familien ist Stufe 2 deshalb eine Zwischenstation: Die Pflegebedürftigkeit ist bereits erheblich, aber bestimmte staatliche Leistungen bleiben noch verschlossen. Dieser Artikel erklärt was Pflegestufe 2 bedeutet, welche Leistungen sie öffnet und wann eine Höherstufung auf Stufe 3 sinnvoll ist.

Was bedeutet Pflegestufe 2?

Pflegestufe 2 wird zuerkannt wenn der monatliche Pflegebedarf mehr als 95 Stunden beträgt. Das entspricht rund 3 bis 4 Stunden täglich an notwendiger Unterstützung — bei Körperpflege, Mobilität, Ernährung, Medikamenteneinnahme oder Haushaltsführung. Die Einstufung richtet sich nicht nach Diagnosen, sondern nach dem tatsächlichen Zeitaufwand der Pflege im Alltag. Quelle: PVA, Stand 01.01.2026.

Alle sieben Stufen im Vergleich finden Sie im Überblick Pflegestufen Österreich, allgemeine Informationen zum Pflegegeld im Ratgeber Pflegegeld Österreich.

Pflegestufe 2 Voraussetzungen in Österreich

Für Pflegestufe 2 müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Dauer und Antrag sind wie bei jeder Stufe geregelt: Der Bedarf muss voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen, der Antrag geht an den zuständigen Träger. Mehr unter Voraussetzungen im Überblick und Pflegegeld beantragen. Das Pflegegeld ist unabhängig von Einkommen und Vermögen.

Pflegegeld Stufe 2: Wie viel Geld gibt es? 380,30 Euro pro Monat

Das Pflegegeld der Pflegestufe 2 beträgt seit 1. Jänner 2026 380,30 Euro pro Monat (Valorisierung +2,7 % gegenüber 2025, Quelle: BMSGPK). Es ist steuerfrei, unabhängig von Einkommen und Vermögen und ein pauschaler Beitrag zu den Pflegekosten. Allgemeines zum Pflegegeld steht im Ratgeber Pflegegeld Österreich.

Was Pflegestufe 2 ermöglicht

Was Pflegestufe 2 noch nicht ermöglicht

Der entscheidende Schritt: Höherstufung auf Pflegestufe 3

Pflegestufe 3 ist die wichtigste Schwelle im österreichischen Pflegesystem — ab dort öffnet sich die staatliche 24-Stunden-Betreuungsförderung von bis zu 1.600 Euro pro Monat.

Ein Beispiel mit 3.100 Euro Bruttokosten für die Betreuung: Bei Pflegestufe 2 ohne Förderung bleiben nach Abzug des Pflegegeldes (380,30 Euro) ca. 2.720 Euro Eigenanteil. Mit Pflegestufe 3 und Förderung sind es ca. 1.707 Euro, die Rechnung steht im Artikel Pflegestufe 3. Der Unterschied beträgt über 1.000 Euro pro Monat, eine Höherstufung lohnt sich deshalb immer zu prüfen, wenn der Pflegebedarf gestiegen ist.

Wann und wie eine Höherstufung beantragen?

Steigt der Pflegebedarf, beantragen Sie die Höherstufung bei demselben Pensionsversicherungsträger (PVA), der das bisherige Pflegegeld auszahlt. Danach folgt ein neuer Hausbesuch durch eine Gutachterin oder einen Gutachter.

Für Stufe 3 zählt der tatsächliche Mehrbedarf über 120 Stunden pro Monat. Ein Pflegeprotokoll und aktuelle Befunde helfen, ihn nachzuweisen, alle Tipps für die Begutachtung stehen im Artikel zum Antrag. Bei gesicherter Demenz kann der Erschwerniszuschlag von 45 Stunden den Unterschied zwischen Stufe 2 und Stufe 3 ausmachen.

Berechnen Sie Ihre Nettokosten

Wie sich Förderung und Pflegegeld auf Ihre Kosten auswirken, zeigt unser Rechner — auch für Pflegestufe 2 mit NÖ-Sondermodell.

Zum Pflegekosten-Rechner →

Häufige Fragen

Wie viele Stunden Pflege sind bei Pflegestufe 2 nötig?
Für Pflegestufe 2 braucht es einen Pflegebedarf von mehr als 95 Stunden pro Monat — das entspricht rund 3 bis 4 Stunden pro Tag. Ab mehr als 120 Stunden pro Monat liegt der Bedarf bereits in Pflegestufe 3. Bei Demenz werden 45 Stunden Erschwerniszuschlag hinzugerechnet.
Wie viel Geld gibt es bei Pflegestufe 2?
Bei Pflegestufe 2 sind es 380,30 Euro pro Monat (Stand 1. Jänner 2026). Ausgezahlt wird zwölfmal im Jahr; es ist steuerfrei und hängt weder von Einkommen noch von Vermögen ab. Die 24-Stunden-Betreuungsförderung gibt es bundesweit erst ab Pflegestufe 3.
Bekomme ich mit Pflegestufe 2 keine Förderung für 24-Stunden-Betreuung?
Bundesweit nicht — die staatliche 24-Stunden-Betreuungsförderung setzt Pflegestufe 3 voraus. Ausnahme ist das NÖ-Sondermodell: In Niederösterreich kann bei gesicherter Demenz-Diagnose bereits ab Pflegestufe 1 oder 2 Förderung beantragt werden.
Wie lange dauert eine Höherstufung von Stufe 2 auf Stufe 3?
Die Dauer vom Antrag bis zum Bescheid hängt vom Träger und vom Einzelfall ab. Mehr zur nächsthöheren Stufe im Artikel Pflegestufe 3 Österreich. Das neue Pflegegeld wird rückwirkend ab dem ersten des Monats nach der Antragstellung ausgezahlt — es lohnt sich also, früh zu beantragen.
Kann die Pflegestufe auch wieder sinken?
Ja — wenn sich der Pflegebedarf nachweislich verringert, kann der Versicherungsträger die Stufe nach unten anpassen, etwa bei einer Kontrollbegutachtung. Gegen den Bescheid können Sie klagen. Frist und Ablauf: Pflegegeld beantragen.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegestufe 2 und Pflegegrad 2?
Pflegestufe 2 gilt nur in Österreich und beruht auf dem Bundespflegegeldgesetz. Pflegegrad 2 ist der deutsche Begriff und nicht vergleichbar. Für Stufe 2 zählt ein Pflegebedarf von mehr als 95 Stunden pro Monat. Mehr zum Unterschied: Pflegestufen Österreich.

Quellen

Quellen geprüft am: 9. September 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind die Voraussetzungen und Entscheidungen der zuständigen Stelle im Einzelfall.