Pflegegeld Österreich: Höhe, Voraussetzungen und Nachteile im Überblick
Das Pflegegeld in Österreich ist eine monatliche Bundesleistung für Menschen mit dauerhaftem Pflegebedarf. Es wird in sieben Pflegestufen ausgezahlt, unabhängig von Einkommen und Vermögen, und ist steuerfrei. Dieser Überblick erklärt, wer Pflegegeld bekommt, wie hoch es ist, wie Sie es beantragen und welche Nachteile und Besonderheiten Sie vor dem Antrag kennen sollten. Für Details führen wir Sie zu den passenden Ratgebern weiter.
Was ist Pflegegeld?
Das Pflegegeld ist ein pauschaler Beitrag zu den Mehraufwendungen, die durch Pflegebedürftigkeit entstehen. Laut oesterreich.gv.at ist es eine zweckgebundene Leistung zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen. Es soll Betroffenen die notwendige Betreuung und Hilfe sichern und ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Es geht direkt an die pflegebedürftige Person und wird zwölfmal im Jahr ausgezahlt. Zuständig ist je nach Bezug der Pension die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) oder ein anderer Träger. Wer im Einzelfall zuständig ist, steht im Ratgeber Pflegegeld beantragen.
Wer bekommt Pflegegeld? Voraussetzungen
Laut oesterreich.gv.at und PVA müssen vier Voraussetzungen zusammenkommen:
- Sie brauchen ständig Betreuung und Hilfe wegen einer körperlichen, geistigen, psychischen oder Sinnesbehinderung.
- Der Pflegebedarf beträgt mehr als 65 Stunden pro Monat.
- Der Pflegebedarf dauert voraussichtlich mindestens sechs Monate.
- Sie haben Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich.
Ab welchem Stundenausmaß welche Pflegestufe gilt, steht im Ratgeber Pflegestufen Österreich.
Pflegegeld ab 80 Jahren: Gibt es eine Altersgrenze?
Nein. Für das Pflegegeld gibt es weder eine Altersgrenze nach oben noch einen Zuschlag ab einem bestimmten Alter. Auch mit 80 oder 90 Jahren entscheidet allein der Pflegebedarf, aus dem sich die Pflegestufe ergibt. Sonderregeln gibt es laut oesterreich.gv.at nur für Kinder bis 15 Jahre (berücksichtigt wird nur der Mehrbedarf gegenüber gleichaltrigen nicht behinderten Kindern) sowie für Demenz und schwere psychische Behinderungen, bei denen ab dem 15. Geburtstag ein Erschwerniszuschlag von 45 Stunden angerechnet wird.
Pflegegeld bei Krebserkrankung und anderen Diagnosen
Eine Liste anerkannter Krankheiten gibt es nicht. Pflegegeld wird nicht für eine bestimmte Diagnose gewährt, sondern bei entsprechendem Pflegebedarf. Das gilt auch bei einer Krebserkrankung: Wenn Sie dauerhaft mehr als 65 Stunden pro Monat Betreuung und Hilfe brauchen und dies voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert, können Sie Pflegegeld beantragen. Wie Sie den Bedarf nachweisen und worauf es bei der Begutachtung ankommt, steht im Ratgeber Pflegegeld beantragen.
Pflegegeld 2026: Höhe des Pflegegeldes nach Stufe
Seit 1. Jänner 2026 gelten die folgenden Beträge pro Monat (Valorisierung +2,7 % gegenüber 2025). Sie reichen von 206,20 € in Stufe 1 bis 2.214,80 € in Stufe 7. Die Höhe des Pflegegeldes hängt allein von der Pflegestufe ab, nicht vom Alter und nicht vom Einkommen. Seit 2020 werden die Beträge laut BMSGPK jährlich zum 1. Jänner angepasst.
| Pflegestufe | Pflegegeld pro Monat |
|---|---|
| Pflegestufe 1 | 206,20 € |
| Pflegestufe 2 | 380,30 € |
| Pflegestufe 3 | 592,60 € |
| Pflegestufe 4 | 888,50 € |
| Pflegestufe 5 | 1.206,90 € |
| Pflegestufe 6 | 1.685,40 € |
| Pflegestufe 7 | 2.214,80 € |
Kriterien und Besonderheiten jeder Stufe finden Sie im Ratgeber Pflegegeld Stufen im Detail.
Antrag in Kürze
Der Antrag wird beim zuständigen Pensionsversicherungsträger gestellt, von der pflegebedürftigen Person selbst, ihrer gesetzlichen Vertretung oder nahestehenden Angehörigen. Danach folgt eine Begutachtung, auf deren Basis die Pflegestufe festgelegt wird. Ausgezahlt wird ab dem Ersten des Monats nach der Antragstellung, es lohnt sich also nicht zu warten. Alle Schritte, Zuständigkeiten und Tipps: Antrag auf Pflegegeld.
Pflegegelderhöhung: individuell und jährlich
Steigt Ihr Pflegebedarf, können Sie eine höhere Pflegestufe beantragen. Dafür wird der Bedarf neu begutachtet. Wie das funktioniert und was Sie dokumentieren sollten, steht unter Erhöhung des Pflegegeldes beantragen.
Unabhängig vom persönlichen Bedarf werden die Beträge aller Stufen jährlich zum 1. Jänner automatisch valorisiert. Dafür müssen Sie nichts tun.
Pflegegeld für Angehörige
Das Pflegegeld bekommt die pflegebedürftige Person, nicht die Angehörigen. Für pflegende Angehörige selbst gibt es zusätzlich den Angehörigenbonus sowie bei einer längeren Auszeit vom Beruf das Pflegekarenzgeld (Pflegekarenz in Österreich) und für kurzfristigen Bedarf die Pflegefreistellung.
Nachteile von Pflegegeld: Was Sie vor dem Antrag wissen sollten
Pflegegeld ist eine wichtige Unterstützung, aber kein Rundum-Schutz. Einige Punkte sollten Sie vor dem Antrag kennen. Alle Aussagen beruhen auf den genannten offiziellen Quellen.
Pflegegeld deckt die Kosten nur teilweise
Das Gesetz beschreibt das Pflegegeld als pauschalen Beitrag zu den pflegebedingten Mehraufwendungen (§ 1 BPGG), nicht als vollständige Kostenübernahme. Was eine 24-Stunden-Betreuung oder ein Heimplatz tatsächlich kostet, liegt oft deutlich darüber. Orientierung geben Kosten der 24-Stunden-Betreuung und Pflegeheim Kosten Österreich.
Begutachtung und Mitwirkung
Die Pflegestufe wird nach einer Begutachtung durch eine medizinische Fachperson festgelegt, in der Regel bei einem Hausbesuch. Wie Sie sich darauf vorbereiten, lesen Sie unter Pflegegeld beantragen.
Pflegegeld ruht bei Krankenhausaufenthalt
Laut PVA ruht das Pflegegeld ab dem 2. Tag eines stationären Krankenhausaufenthalts für dessen Dauer, wenn die Kosten der allgemeinen Gebührenklasse von der Sozialversicherung oder einem anderen öffentlichen Träger getragen werden. Auf Antrag wird das Pflegegeld laut PVA für längstens drei Monate in Höhe der nachgewiesenen pflegebedingten Kosten weitergezahlt, wenn diese aus einem vertraglichen Betreuungsverhältnis oder einem Dienstverhältnis mit einer Pflegeperson entstehen.
Anspruchsübergang im Pflegeheim
Zahlt ein Kostenträger wie der Sozialhilfeträger die Heimkosten, geht der Pflegegeldanspruch laut § 13 BPGG bis zu höchstens 80 Prozent auf ihn über. Als Taschengeld bleiben der Bewohnerin oder dem Bewohner 10 Prozent des Pflegegeldes der Stufe 3. Auf das Vermögen von Angehörigen darf nicht zugegriffen werden, der Pflegeregress ist seit 2018 abgeschafft. Die Details stehen in den Ratgebern Pflegeheim Kosten Österreich und Pflegeregress Österreich.
Meldepflicht und Rückforderung
Ändert sich etwas, das den Anspruch betrifft, etwa ein Krankenhaus- oder Heimaufenthalt, müssen Sie das laut PVA innerhalb von vier Wochen melden. Wer zu spät meldet, muss zu Unrecht bezogenes Pflegegeld unter Umständen zurückzahlen.
Kein Nachteil: steuerfrei und keine Anrechnung bei der Sozialhilfe
Das Pflegegeld ist nach § 21 BPGG einkommensteuer- und gebührenfrei. Bei der Berechnung der Sozialhilfe wird es laut oesterreich.gv.at nicht als Einkommen angerechnet.
Pflegegeld und 24-Stunden-Betreuung
Das Pflegegeld lässt sich zur Finanzierung einer 24-Stunden-Betreuung einsetzen. Zusätzlich kann unter den jeweiligen Voraussetzungen die Förderung der 24-Stunden-Betreuung in Frage kommen. Was am Ende netto bleibt, zeigt unser Rechner als Orientierung. Weitere Themen finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Ab wann gibt es Pflegegeld in Österreich?
Hängt das Pflegegeld von Einkommen oder Vermögen ab?
Wie lange dauert es bis zum ersten Pflegegeld?
Wie oft wird das Pflegegeld erhöht?
Quellen
- RIS — Bundespflegegeldgesetz (BPGG), §§ 1, 13, 21
- PVA — Pflegegeld
- PVA — Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalt
- BMSGPK — Pflegegeld
- oesterreich.gv.at — Voraussetzungen für Pflegegeld
- oesterreich.gv.at — Eigene Einkünfte bei Sozialhilfe
- oesterreich.gv.at — Allgemeines zum Pflegegeld
Quellen geprüft am: 3. Oktober 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind die Voraussetzungen und Entscheidungen der zuständigen Stelle im Einzelfall.