24-Stunden-Pflege Kosten in Österreich: Betreuung & Förderung

Die Kosten einer 24-Stunden-Pflege in Österreich liegen als Richtwert bei etwa 2.550 bis 3.800 Euro brutto pro Monat. Nach Abzug einer möglichen Förderung und des Pflegegeldes bleibt eine deutlich geringere Nettobelastung, die vor allem vom Betreuungsmodell, der Pflegestufe und dem Einkommen abhängt. Dieser Artikel erklärt, wie sich die Kosten zusammensetzen und welche geschätzte monatliche Nettobelastung daraus entstehen kann. Für Ihre Situation lassen sich die Kosten nach Förderung und Pflegegeld berechnen.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Die Kosten einer 24-Stunden-Pflege, auch 24-Stunden-Betreuung genannt, entstehen für eine Betreuungskraft, die im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt. Sie setzen sich aus Honorar, Fahrtkosten und gegebenenfalls einer Vermittlungspauschale zusammen und werden durch Förderung und Pflegegeld gemindert. Wie das Modell im Alltag funktioniert und für wen es sich eignet, erklärt der Ratgeber 24-Stunden-Pflege in Österreich.

Was kostet 24-Stunden-Pflege pro Monat?

Die monatlichen Bruttokosten einer 24-Stunden-Pflege setzen sich typischerweise aus drei Teilen zusammen:

Als Richtwerte für die Kosten einer 24-Stunden-Pflege, kalibriert an aktuellen Anbieter-Preislisten, ergeben sich folgende monatliche Bruttokosten:

Diese Zahlen sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten einer 24-Stunden-Pflege können je nach Anbieter, Region und individuellem Betreuungsbedarf abweichen.

Was senkt die Kosten der 24-Stunden-Pflege? Förderung und Pflegegeld

Für die geschätzte monatliche Nettobelastung sind neben den Bruttokosten vor allem eine mögliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung und das Pflegegeld relevant.

1. Mögliche staatliche Förderung

Das Sozialministeriumservice zahlt unter bestimmten Voraussetzungen monatlich einen Zuschuss. Voraussetzung ist unter anderem Pflegegeld ab Stufe 3; außerdem darf das monatliche Nettoeinkommen der pflegebedürftigen Person grundsätzlich 2.500 Euro nicht überschreiten.

Die Förderung muss aktiv beantragt werden; sie wird nicht automatisch gewährt. Weitere Voraussetzungen, die Einkommensgrenze und Hinweise zum Antrag finden Sie im Artikel Mögliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung. In Niederösterreich gibt es zusätzlich ein Sondermodell mit anderen Voraussetzungen, das Sie im Artikel Förderung in Niederösterreich finden.

2. Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine Bundesleistung, die direkt an die pflegebedürftige Person ausgezahlt wird. Es kann für die Kosten der Betreuung eingesetzt werden.

Eine Übersicht aller Pflegestufen und Beträge finden Sie im Artikel Pflegestufen in Österreich im Überblick.

Modellrechnung: Was zahlt die Familie bei Pflegestufe 4?

Dieses Beispiel zeigt die geschätzte monatliche Nettobelastung bei Pflegestufe 4, einem selbstständigen Rotationsmodell und einem Einkommen unter 2.500 Euro:

Bruttokosten der 24-Stunden-Pflege
3.100,00 €
Mögliche staatliche Förderung
− 800,00 €
Pflegegeld Pflegestufe 4
− 888,50 €
Geschätzte Nettobelastung der Familie
= 1.411,50 €

Bei Pflegestufe 3 (592,60 € Pflegegeld) ergibt dieselbe Rechnung eine geschätzte Nettobelastung von 1.707,40 €. Das Beispiel dient der Orientierung. Die tatsächliche Nettobelastung kann je nach Betreuungsmodell, Pflegestufe, Einkommen und individueller Situation abweichen.

Nettobelastung schätzen

Die Kosten einer 24-Stunden-Pflege lassen sich nur mit den Angaben zur individuellen Situation sinnvoll einschätzen. Unser 24-Stunden-Pflege Kostenrechner berücksichtigt Betreuungsmodell, Pflegegeld, Einkommen und eine mögliche Förderung und zeigt Ihre geschätzte monatliche Nettobelastung.

Jetzt Nettobelastung berechnen

Vergleich: 24-Stunden-Pflege oder Pflegeheim?

Ein Pflegeheimplatz wird nach Tagsatz abgerechnet, und die Höhe unterscheidet sich je nach Bundesland und Träger. Den Vergleich mit Rechenbeispiel finden Sie im Artikel Pflegeheimkosten in Österreich. Im Rechner lässt sich zusätzlich ein Pflegeheim-Vergleich zuschalten. Seit der Abschaffung des Pflegeregresses am 1. Jänner 2018 wird für Heimkosten nicht mehr auf das Vermögen der Heimbewohner oder ihrer Angehörigen zugegriffen.

Häufige Fragen zu den Kosten der 24-Stunden-Pflege

Was kostet eine 24-Stunden-Pflege im Monat?
Je nach Modell liegen die monatlichen Bruttokosten als Richtwert bei etwa 2.550 bis 3.800 Euro. Nach Pflegegeld und einer möglichen Förderung kann die geschätzte Nettobelastung deutlich niedriger ausfallen.
Ab welcher Pflegestufe ist eine Förderung der 24-Stunden-Pflege möglich?
Grundsätzlich ist die Förderung ab Pflegestufe 3 möglich. Zusätzlich gelten weitere Voraussetzungen, etwa zur Betreuungssituation und zum Einkommen der betreuten Person. In Niederösterreich gibt es ein Sondermodell mit anderen Voraussetzungen.
Wofür ist das Pflegegeld gedacht?
Laut oesterreich.gv.at ist das Pflegegeld eine zweckgebundene Leistung zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen. Eine 24-Stunden-Betreuung gehört zu den Pflegekosten, zu denen es beiträgt. Für die Förderungsberechnung zählt es nicht als Einkommen.
Wann wird die Förderung der 24-Stunden-Pflege ausgezahlt?
Die Förderung wird monatlich durch das Sozialministeriumservice ausgezahlt. Der Antrag muss rechtzeitig nach Beginn des Betreuungsverhältnisses eingebracht werden.
Was kosten 24-Stunden-Pflege und 24-Stunden-Betreuung — ist das dasselbe?
Ja, beide Begriffe bezeichnen dasselbe Modell: eine Betreuungskraft, die rund um die Uhr im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt und betreut. „24-Stunden-Betreuung" ist der im österreichischen Recht gebräuchlichere Begriff; „24-Stunden-Pflege" wird im Alltag häufig synonym verwendet. Die Kosten sind identisch.
Was kostet 24-Stunden-Pflege pro Tag?
Bei selbstständigen Betreuungskräften liegt der Tagsatz typischerweise zwischen 60 und 110 Euro. Dazu kommen je nach Modell Fahrtkosten für den Wechsel der Betreuungskräfte und gegebenenfalls eine Vermittlungspauschale der Agentur.
Was kostet 24-Stunden-Pflege mit Pflegestufe 3?
Im Rechenbeispiel mit 3.100 Euro Bruttokosten, 800 Euro Förderung und 592,60 Euro Pflegegeld ergibt sich eine geschätzte Nettobelastung von 1.707,40 Euro pro Monat. Die tatsächlichen Kosten hängen von Modell, Einkommen und Anbieter ab.
Ist 24-Stunden-Pflege günstiger als ein Pflegeheim?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten beider Modelle hängen von Bundesland, Träger, Pflegestufe und Einkommen ab. Eine Orientierung geben der Kostenrechner und der Artikel zu den Pflegeheimkosten in Österreich.

Quellen

Quellen geprüft am: 2. Oktober 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind die Voraussetzungen und Entscheidungen der zuständigen Stelle im Einzelfall.